Vorwort

 

Als bekennender Katholik vertrete ich andere Glaubensauffassungen als die Zeugen Jehovas. Dennoch stehe ich den Zeugen Jehovas respektvoll gegenüber, da ihr Leidensweg in beiden deutschen Diktaturen höchste Beachtung verdient.

 

Besonders aus Hildesheimer Sicht ist daher die Aufarbeitung der historischen Ereignisse zu diesem Themenbereich sehr begrüßenswert.

 

Zwei Namen stehen bekanntlich im Mittelpunkt dieser Veröffentlichung: Gustav Haase und Berthold Mehm. Beide lebten und arbeiteten in der Hildesheimer Nordstadt. Als Bewohner der Nordstadt hat mich diese Tatsache spirituell berührt. Straßen und Gebäude bekommen eine ganz andere Bedeutung, Geschichte wird konkret und lebendig.

 

Lange Zeit wurden die Hildesheimer Opfer der NS - Zeit (besonders die der Zeugen Jehovas) weitgehend verschwiegen. In letzter Zeit haben sich allerdings beachtliche Initiativen entwickelt, so dass die Mauer des Verschweigens ein Relikt der Vergangenheit werden kann. Persönlichkeiten wie Dr. Herbert Reyer (Stadtarchiv), Bernhard Brinkmann (SPD, MdB) und Werner Ritter (CDU) haben dieses und andere Projekte tatkräftig unterstützt. Der Dank der Autoren gilt auch Fr. Rosemarie Müller und allen anderen Personen, die bereitwillig mithalfen. Diese Dokumentation wird sicherlich viele Menschen zum Nachdenken veranlassen.

 

Vielleicht liefert sie auch einen kleinen Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie. Die Verfolgung Andersdenkender - egal ob aus politischen oder religiösen Motiven - sollte sich nämlich niemals wiederholen.

 

 

Jürgen Werndt

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